eingestellt am 13.11.2005
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Liebe Nähmaschinen-Interessierte, |
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Markenzeichen (Gestell) |
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Kommen wir zu den 5 wichtigsten Hauptfragen: |
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1. Was wird gesammelt, oder wie werde ich zum Sammler? Wer glaubt, er habe jetzt 50 Nähmaschinen und könne sich als Sammler bezeichnen, der irrt. Das Sammeln beschränkt sich nicht auf das Anhäufen von Nähmaschinen, sondern es geht vielmehr um Geschichte, Technik und
auch persönliche Kontakte zu anderen Sammlern. Grundsätzlich muß man nicht nach den Raritäten suchen, die häufig sehr teuer bezahlt werden müssen. Es gibt sehr viele schöne und technisch interessante Maschinen und Zubehör, die
unserer Aufmerksamkeit würdig sind. |
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2. Sammelgebiet 1870-1900 |
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3. Sammelgebiet vor 1870 |
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Kindernähmaschinen werden übrigens aus allen Jahrzehnten (ab 1860 bis 1970) begeistert gesammelt, wobei die Bewertung wie bei den großen Maschinen anzusetzen ist. Auch hier reichen die Preise von 5 bis mehrere tausend Euro.
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2. Habe ich eine Rarität und was meine Nähmaschine wert? Echte Raritäten sind deutsche Nähmaschinen aus der Zeit vor 1870. Bei amerikanischen Maschinen würde ich die Zeit vor 1860 sehen. Spätere Nähmaschinen in sehr gutem Zustand kann man übrigens auch als Rarität
bezeichnen. Die Nähmaschine ist und war ein Gebrauchsgegenstand, der sich abnutzte und auch kaputt ging, so dass eine top erhaltene Langschiff-Nähmaschine sicher höher zu bewerten ist als eine schlecht erhaltene New England
oder Monitor Nähmaschine.
Es mag merkwürdig klingen; je weniger eine Nähmaschine nach Nähmaschine aussieht, desto höher ist Seltenheit und der Wert. Wer also eine Balthasar Krems Zipfelmützen-Nähmaschinen aus den Jahren um 1810 sieht, der hat einen echten Schatz gefunden. Des weiteren gilt: je kleiner und älter, desto besser. Übrigens werden unbekannte Nähmaschinen nicht so hoch bewertet. Das gilt auch für die meisten Patentmodelle (aus den USA), denn das ist schon ein Sammelgebiet für sich.
3. Wie alt ist meine Nähmaschine und wer ist der Hersteller? In den letzten Jahren ist der Sammlermarkt zum Glück immer transparenter geworden, so dass die meisten Nähmaschinen einem Hersteller zugeordnet und das ungefähre Baujahr bestimmt werden kann. Dazu dienen alte
Kataloge, Festschriften, Zeitungsanzeigen und Seriennummern auf den Maschinen. Leider führen Seriennummern einen gelegentlich in die Irre, aber das ist ein anderes Thema. Die Bauart selbst ist häufig kein sicheres Indiz für das
Alter einer Nähmaschine. So wurden Langschiff-Nähmaschinen von 1865 bis 1950 gebaut. Die Kettenstich-Nähmaschine “Original Express” (ursprünglich von Guhl&Harbeck) wurde übrigens von 1867 bis 1950 nahezu unverändert von
unterschiedlichen Hersteller gebaut. In diesem Fall ist eine genau Datierung unmöglich. Seriennummern unter 1000 sind selten und deuten auf die ersten Produktionsjahre einer Firma hin. Bis 100000 kann man häufig schon von einem
Baujahr vor 1880 ausgehen. Die 1 Million wurde von vielen Herstellern um die Jahrhundertwende (1890-1910) erreicht. Die 2 Millionen um die 1925, die 3 Millionen um 1935. Das ist nur ein sehr grobe Einteilung, doch es kommt bei
Maschinen nach 1870 eigentlich nicht mehr auf die Seriennummer, sondern vielmehr auf den Zustand an. 4. Wie beurteile ich den Zustand einer Nähmaschine? Bereits in der ersten Schlingenfängerausgabe im Jahr wurde eine Bewertung nach 10 Punkten beschrieben, die auch heute noch bei Sammlern Verwendung findet. Die Bewertung ist sicher nicht optimal, denn eine Unterteilung in “technische” und “optische” Eigenschaften wäre häufig aussagekräftiger. An den 10 Punkten kommen wir wohl nicht vorbei, aber vielleicht macht sich jemand die Mühe, die Einteilung in diese beiden Kategorien umzusetzen. Bis dahin leben wir mit alt bewährten System. Die Bewertung (C=Condition) ist wie folgt: C10 = fabrikneu C9 = vorzüglich C8 = sehr schön C7 = schön C6 = gut erhalten C5 = noch gut erhalten C4 = gering erhalten C3 = mangelhaft erhalten C2 = sehr mangelhaft C1 = nicht sammelwürdig Wie Ihr seht, lassen sich durch fachmännische Restauration die Bewertung durchaus um 1-2 Punkte erhöhen und damit der Wert steigern. 5. Wie restauriere ich meine Nähmaschine? Wie wir bei den Zustandbewertungen gesehen haben, kann man durch fachmännische Restauration den Wert einer alten Nähmaschine erhöhen. Bei nicht fachmännischer Restauration kann sich das aber auch wertmindernd
auswirken. Genau da scheiden sich die Geister, denn wer kann schon beurteilen was fachmännisch ist. Außerdem, warum soll eine alte Maschine, die über 100 Jahre auf dem Buckel hat nicht auch ein wenig rostig aussehen? Manche
reden da sogar von Patina! Meine Empfehlung ist, der Gesamteindruck muß stimmen. Eine Maschine ohne Dekor aber blitzblank mit neu vernickelten Teilen sieht einfach nicht gut aus. Man sollte sich hier auf sauberes beschleifen
mit feinem Schmirgelpapier und Stahlwolle beschränken. Verschmutzte Teile sollten von verharztem Öl und Staub befreit werden und mit einem leicht öligem Lappen (Nähmaschinenöl) abgerieben werden. Holzteile sind mit Politur zu
reinigen um die Oberflächen zu schützen. Größere Roststellen an lackierten Teilen können nachlackiert werden um einen Korrosionsschutz zu gewährleisten. Kleine Roststellen sollten nur entrostet und geölt werden. Keinesfalls
sollte jedoch am Golddekor rumgemalt werden, denn das wir in der Regel von Sammlern abwertend beurteilt.
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Es gibt sicher noch viele andere interessante Fragen, die ich hier nicht alle beantworten kann. Wer noch die ein oder andere Frage hat, kann sich jederzeit an mich, oder einen Sammlerkollegen wenden. |
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Schuster-Nähmaschine |
Klein- (Miniatur-)-Nähmaschine |
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Was sonst noch gesammelt wird